Q&A - Fragen & Antworten 💭
Wie können wir am besten für uns selbst einstehen?
Hintergründe und Tipps ❤️
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A: WICHTIG: Du MUSST nicht antworten! Und wenn du antworten willst, vielleicht so:
- „Darauf möchte ich nicht antworten.“
- „Das ist eine sehr private Frage. Dafür kennen wir uns nicht genug."
- „Ach, das ist eine lange Geschichte, dafür reicht die Zeit nicht aus, ich muss jetzt auch weiter, schönen Tag noch!"
- „Ich komme aus [Stadt, z. B. Köln], und Sie? Ach, Sie sind auch hier aufgewachsen? Genau wie ich! Da haben wir ja was gemeinsam!"
- „Ach so, wir tauschen uns jetzt über private Dinge aus... Was macht Sie richtig traurig?"
- „Ou, darüber möchte ich gerade nicht sprechen."
- „Aus meiner Mutter.“
- „Ich weiß, dass Sie mir diese Frage stellen, weil ich in Ihren Augen „nicht deutsch" aussehe. Ich will, dass Ihnen bewusst ist, dass diese Frage rassistisch ist. Ich möchte das Thema wechseln/werde jetzt gehen/o. Ä."
- Du kannst auch einfach versuchen, das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken, das du dir vielleicht schon jetzt überlegst, um demnächst vorbereitet zu sein;) (z. B. das Wetter)
WICHTIG: Man kann nicht in jedem Moment cool antworten. Wir alle kennen das. Übe, diese oder deine eigenen Antworten laut auszusprechen, damit du in der Situation vorbereitet bist.
Wenn du die gestellte Frage nicht beantwortest, kann die Stimmung sehr komisch werden. Das ist NICHT deine Schuld! Die Person, die die Frage gestellt hat, hat die Situation so gestaltet.Kurzer Faktencheck:
1. Die Frage "Woher kommst du?" ist in vielen Fällen rassistisch, vor allem dann, wenn sie von einer weißen Person gestellt wird, die du nicht kennst.2. Wenn jemand fragt, woher du kommst, dann fragt die Person damit nach deiner Familiengeschichte. WO waren deine Vorfahr:innen, als du geboren wurdest und wann oder warum musste/wollte/konnte einer dieser Menschen oder du selbst dieses Land verlassen, um nach Deutschland zu kommen. Möchtest du diese Infos mit dieser fremden Person teilen?
3. Diese Menschen wollen so eine private Info von dir, wollen aber meistens keine privaten Infos von sich selbst teilen. Wenn du dich danach fühlst, kannst du als Antwort auch private Fragen zurückstellen. (Achtung: Wenn du Fragen stellst, bekommst du vielleicht eine Antwort.)
4. Vielleicht bist du in Deutschland, weil du oder jemand aus deiner Familie aus dem Heimatland fliehen musste. In diesen Fällen können solche Fragen eine traumatische Erfahrung triggern. Du bist nicht zu sensibel, wenn das bei dir der Fall ist. Diese Menschen haben eine Grenze überschritten und noch einmal: Du musst nicht antworten!
5. WENN du die Frage bereits beantwortet hast, reagiert die fremde Person oft mit unreflektierten Annahmen über das Land, das du genannt hast, die meistens rassistisch sind und vor allem ungefragt kommen.
Sei darauf gefasst und versuche dich abzugrenzen und deinen eigenen Umgang mit der Situation zu finden.
Grundsätzlich gilt: Dein Körpergefühl ist der Maßstab. Achte auf deine Grenzen und stehe dazu. -
A:
- „Geht dich nichts an."
- „Was juckt dich das?"
- „Möchte ich dir nicht sagen."
- „Nee, ich bin (hier dein Sternzeichen sagen).”
- „Ob ich darüber reden will? Nein, danke."
Mein Favorit: "Geht dich nichts an." Es geht NIEMANDEN etwas an, ob, wann oder mit wem du Sex hattest oder nicht. Wenn du die Frage nicht beantwortest, werden sich die Menschen selbst eine Antwort überlegen. Die einen denken dann, du hättest keinen Sex gehabt, die anderen denken, wenn man nicht darüber spricht, hätte man viel Sex gehabt. Lass sie denken, was sie wollen – das machen sie sowieso ;)
Du kennst die Wahrheit. Diese Information ist nur für die Menschen gedacht, mit denen DU sie teilen möchtest. -
A: Niemand kann sehen oder erkennen, ob du schon Sex hattest oder nicht. Richtig. NIEMAND!
Kein:e Ärzt:in, keine speziell dafür gebaute Maschine, kein Blut, nicht die Person, mit der du Sex hast – NIEMAND.
Menschen mit Vulvina können beim ersten, zehnten, hundertsten und/oder tausendsten Mal bluten. Bluten bedeutet in diesem Fall meist eine kleine Verletzung der Schleimhaut und verheilt in der Regel genauso schnell wie eine Wunde im Mund.
Wichtig: Wenn sich beim Sex etwas unangenehm anfühlt oder wehtut, solltest du nicht so weitermachen. Das kann darauf hindeuten, dass du verspannt bist und dich möglicherweise nicht wohlfühlst, du keine Lust (mehr) hast oder du vielleicht in einer bestimmten Phase deines Zyklus bist – denn auch das spielt eine große Rolle für die Empfindsamkeit und dabei, was sich gut anfühlt und was nicht. -
A: Erst einmal ganz wichtig: Wenn du beim Sex Schmerzen hast oder etwas schlimm findest - dann brich SOFORT ab! Sex ist nur Sex, wenn er dir gefällt!
Falls dir etwas nicht gefällt oder du andere Dinge ausprobieren möchtest:
Vertrauen ist das Wichtigste.
Natürlich gibt es hier nicht DIE eine passende Antwort. Alle Menschen sind anders und es kommt total auf dich und die Person an, mit der du Sex hast.
In jedem Fall solltest du dich darum kümmern, dass sich etwas ändert.
Sag, was dir nicht gefällt oder dass du selbst noch nicht weißt, was genau du willst und was nicht, und dass du noch Zeit zum auszuprobieren brauchst. Wenn dir das schwerfällt kannst du erstmal sagen, dass du z. B. Lust auf eine andere Stellung hast bzw. währenddessen die Führung übernehmen. Das kann manchmal einfacher sein, als direkt darüber zu sprechen.
Über Sex zu sprechen, wird uns nicht beigebracht, aber es ist wichtig und normal. Das umzulernen, braucht Übung und eine gewisse Vertrauensbasis, die automatisch von dir angenommen werden kann, wenn ihr euch für Sex miteinander entscheidet.Tipp: Manchmal kann es helfen, wenn du dich in die Lage der anderen Person hineinversetzt – denn du willst sicherlich auch, dass es der anderen Person gefällt.
Du darfst dich langsam rantasten bzw. dein Tempo erforschen, achte aber darauf, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Du verdienst phänomenalen Sex;) -
A: Spür in dich hinein und glaube dir selbst. Sexualität ist ein sehr groß gemachtes Thema, vor allem, wenn man nicht hetero ist. Das sollte nicht so sein und verändert sich langsam und hoffentlich weiterhin!
Ein Rat: Stress dich nicht. Alles ist gut. Lass dir Zeit und lerne dich kennen, denn tief in dir weißt du, zu wem du dich hingezogen fühlst und das ist gut so. Wenn es dir guttut, kannst du ein Label für dich finden z. B. lesbisch oder pan (diese und weitere Erklärungen findest du in unserem Glossar).
Du musst dich aber nicht einordnen und du musst dich vor allem vor niemandem rechtfertigen.
Sexualität bzw. Bedürfnisse können sich entwickeln, verändern, gleichbleiben – all das ist normal.
Du bist genau richtig, wie du bist. Nichts an dir ist falsch oder unnormal! -
A: Du entscheidest, wer dich berühren darf. Du musst niemandem erlauben, deine Haare anzufassen, nur weil die Person „neugierig“ ist.
Du kannst ganz unterschiedlich reagieren, je nachdem, wie du dich gerade fühlst und wie viel Energie du hast:
„Nein, lieber nicht.“
„Du kannst sie dir anschauen, aber ich möchte nicht, dass du sie anfasst.“
„Ich fühle mich damit nicht wohl.“
„Nein, ich mag es nicht, wenn andere Menschen meine Haare anfassen.“
Wenn du gerade keine Lust auf ein Gespräch hast: „Nein, danke.“ Oder einfach: „Nein.“ Du musst dich nicht weiter erklären.
„Meine Haare sind ein Teil von mir. Ich möchte nicht, dass sie angefasst werden, nur weil sie anders aussehen als deine.“
„Du musst meine Haare nicht anfassen, um sie schön zu finden.“
Du kannst auch einfach lächeln, den Kopf schütteln oder das Thema wechseln. Du musst nicht immereine ausführliche Antwort geben.
WICHTIG: Du darfst Nein sagen, auch wenn die andere Person höflich fragt und es gut meint. Dass jemand um Erlaubnis bittet, ist zwar besser, als dich ungefragt zu berühren, beides aber meist eine Grenzüberschreitung. Es bedeutet nicht, dass du zustimmen musst.
Du kannst freundlich, humorvoll, kurz oder klar reagieren. Du musst niemandem etwas erklären und bist auch nicht dafür verantwortlich, der anderen Person etwas über Rassismus beizubringen.
Und falls du in der Situation überrascht bist, dich unwohl fühlst oder nicht weißt, was du sagen sollst: Das ist völlig okay. Du musst nicht immer sofort eine passende Antwort parat haben. Du kannst auch später noch sagen, dass du die Situation unangenehm fandest.
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A: Du darfst selbst entscheiden, wer deinen Körper berührt. Auch wenn du in dem Moment überrascht bist oder nicht sofort weißt, was du sagen sollst, ist das völlig okay. Du kannst unterschiedlich reagieren, je nachdem, wie du dich gerade fühlst und wie sicher du dich in der Situation fühlst.
„Stopp, bitte fass mich nicht an.“
„Hey, bitte frag mich, bevor du mich berührst.“
„Ich möchte das nicht. Bitte lass das.“
„Auch wenn du es nicht so meinst: Ungefragt meine Haare anzufassen, ist übergriffig.“
„Bitte nimm deine Hände aus meinen Haaren.“
„Du kannst mich gerne etwas über meine Haare fragen, aber bitte fass sie nicht einfach an.“
„Mir ist das unangenehm. Bitte respektiere meine Grenzen.“
„Ich gehe jetzt. Das war mir unangenehm.“
Du kannst auch einen Schritt zurückgehen, die Hand der Person vorsichtig wegnehmen oder dich aus der Situation entfernen.
WICHTIG: Du musst nicht freundlich lächeln, die Situation herunterspielen oder der anderen Person erklären, warum das Verhalten unangenehm ist. Du musst nicht immer die passende Antwort parat haben. Du darfst deutlich reagieren, wenn
jemand deine Grenzen überschreitet. Du darfst aber auch die Situation verlassen, ohne etwas zu erklären.Und wenn du in dem Moment erstarrst, nichts sagst oder die Situation einfach über dich ergehen lässt, ist das nicht deine Schuld. Manchmal reagiert unser Körper auf unerwartete Situationen, bevor wir überhaupt nachdenken können. Du musst dich dafür nicht schämen und kannst auch später noch ansprechen, dass du das nicht möchtest.
Dein Körper gehört dir. Du musst niemandem Zugang zu ihm gewähren, nur um höflich zu sein.